Ich pfefferte das Glas entschlossen gegen einen Baum. Das wars.

Ich hatte es einfach satt, dieses Leben mit Alkohol: die Lügen, den Selbsthass, die Heimlichtuerei, die grotesken Ausreden…. ich wollte dieses Leben nicht mehr. Und mit damals 61 Jahren wusste ich , dass mir sooo viel Zeit auch nicht mehr bleibt.

Also hab ich im November 2019 meinen Ausstieg geplant. Mir war klar, dass ich Weihnachten und Silvester nicht ohne rumkriege, (Familienfeste waren immer extrem alkoholanfällig), ich hab mich über Silvester in ein Hotel im Bayerischen Wald einquartiert und den Abschied vom Alkohol richtig zelebriert. Lange Spaziergänge mit meinem Hund und Visionen, wie mein Leben ohne Alkohol sein wird, im Restaurant am 31. Dezember das letzte Glas Bier, das letzte Glas Wein, das letzte Glas Sekt um Mitternacht. In meinem Zimmer aus der fast leeren Weinflasche das letzte, allerletzte Glas Rotwein. In ganz, ganz langsamen Schlucken. 

Beim letzten Schluck wurde mir himmelangst weil ich mir ein Leben ohne Alkohol einfach nicht vorstellen konnte , aber irgendwie auch ganz leicht zumute, weil es nun endlich vorbei war. Ich ging auf die Terrasse, es gab noch Feuerwerk und ich pfefferte das Glas entschlossen gegen einen Baum. Das wars. …

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Der Ausstieg war im Nachhinein betrachtet sehr leicht

Ich habe da ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, der Ausstieg war im Nachhinein betrachtet sehr leicht, keinerlei Suchtdruck und das Suchtgedächnis ist friedlich und stumm.

Ich führe das auch auf regelmäßige Bewegung zurück, schon zu meinen Trinkerzeiten bin ich 2-3 mal die Woche gejoggt, aber mehr aus schlechtem Gewissen als aus Spass an der Freude. Im letzten halben Jahr habe ich mich durch Sport wieder in die beste Form seit 30 Jahren gebracht.

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Tag 10: Level 2 – nüchtern bleiben für Fortgeschrittene

Gegen Vorabend dann der Schock. Es hilft alles nix, sie müssen nochmal kurz weg und etwas besorgen. Ich könne ja kurz warten und es mir gemütlich machen. Klar, kein Problem. Kriegen wir hin. So kam es, dass ich auf einmal alleine in der Wohnung war. Alleine … nicht ganz. Ein Kühlschrank voll mit gut gekühlten, alkoholischen Getränken leistete mir Gesellschaft.

Das war der Moment auf den die Stimme der „Gewohnheit“ schon gewartet hatte: „jetzt kannst du! … nur ein Schluck! … keiner wird es mitbekommen! … komm schon! … du willst es doch auch! … TRIIINNNKKK DU SAUUU!!!“ doch ich nur: „Neee, lass mal. Das muss jetzt echt nicht. Das machts auch nicht besser. Und überhaupt hab ich weder Zeit noch Lust auf nen Rückfall. Außerdem müsste ich dann hier im Forum schreiben, dass ich was getrunken hab. Und das geht ja jetzt gar nicht.“ Puuh, das hätte knapp werden können …😎

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Ich habe doch nicht so getrunken wie die ganzen armen Willis an der Tanke

Von daher habe ich immer nur das Notwendigste getrunken und jetzt auch nie so ohne Maß oder Kontrolle, wie die ganzen bedauernswerten armen Willis an der Tanke oder auf der Parkbank. Außerdem war mein Rotwein edel und teuer und hatte schwer was mit Genuss und gepflegter Tradition zu tun.

Bis ich Gabys Buch geschenkt bekam, hatte ich kein Problem doch was ich DORT zu lesen bekam hat mein ganzes Leben gedreht.
Ist jetzt über 100 Tage her, daß ich auf das bißchen Trinkerei erstmals seit über 50 Jahren vollständig verzichte.
Und die Ehefrau und die Leber freuen sich.

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Dick, dumm, faul und gefräßig sowie versoffen. Top-Aussichten mit 53

Der schräge Einstieg offenbart meine offensichtlichsten Mängel (Nein, der Name und das Alter sind ok). Mangel an Selbstwert mit Kompensationsdruck in allen Süchten welche die Mund-Hirnschranke nicht aufhält. Zuviel von allem essbaren sowie vorzugsweise trockenem Roten ab 13%. Unabwendbares Ergebnis bis hierhin: 216kg fleischgewordene Unansehnlichkeit mit Bluthochdruck wogegen die im Schnitt zwei Flaschen Cabernet Sauvignon auch nicht geholfen haben. Null Bewegung weil jeder Schritt eine Mühsal ist, dafür lieber noch schick essen. Achja und natürlich saufen. Aber nie vor 18h. Nja, ausser am Samstag. Da gern auch schon mal früher. Aber nie vor 15 Uhr. Das machen nur die Süchtigen… dachte ich. Dachte ich das wirklich? Bin ich nicht gerade über die 12 leeren Flaschen gestolpert die ich in der letzten Woche vernichtet habe. Könnte da was nicht stimmen mit mir?
Nur eben noch kurz warten bis es dunkel ist – dann schnell zum Auto und die leeren Flaschen entsorgen fahren. Aber nicht im Container um die Ecke. Da fahre ich lieber 7 km zu einem Andern. ….

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